Legt Roter Stern schon in Ungarn den Grundstein?
Mit Hapoel Beer Sheva und Roter Stern Belgrad treffen am Dienstagabend in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League zwei amtierende Landesmeister aufeinander. Auf internationalem Parkett sprechen die Erfahrungswerte jedoch klar für die Gäste aus Serbien. Während Hapoel Beer Sheva in der Vereinsgeschichte noch nie die Gruppen- oder Ligaphase der Königsklasse erreichte, möchte Roter Stern bereits zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Sprung in die Champions League schaffen.
Geht es allein nach der internationalen Routine, müsste man vor dem Hinspiel Hapoel Beer Sheva vs. Roter Stern Belgrad einen Tipp eher auf die Serben abgeben. Hinzu kommt, dass der nominelle Heimvorteil der Israelis erneut wegfällt. Aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage dürfen UEFA-Partien weiterhin nicht in Israel ausgetragen werden, weshalb Hapoel seine europäischen Heimspiele im ungarischen Szombathely nahe der österreichischen Grenze austragen muss.
Zwischen Hapoel Beer Sheva und Roter Stern Belgrad wird die Prognose außerdem dadurch beeinflusst, wie unterschiedlich sich beide Teams bislang in der laufenden Champions-League-Qualifikation präsentiert haben. Der israelische Meister mühte sich gegen den isländischen Außenseiter KR Reykjavík mehr schlecht als recht in die nächste Runde. Nach der überraschenden 1:2-Niederlage im Hinspiel gelang im Rückspiel in Ungarn zwar ein 2:0-Erfolg, doch auch dort überzeugte Hapoel spielerisch keineswegs und hatte in der Nachspielzeit sogar Glück, dass ein Elfmeter der Isländer nach VAR-Eingriff aberkannt wurde.
Ganz anders verlief der Start von Crvena Zvezda. Die Mannschaft von Dejan Stanković ließ dem nordirischen Vertreter Larne FC beim 9:0-Gesamtsieg überhaupt keine Chance. Insgesamt haben die Serben bereits vier Pflichtspiele absolviert, sämtliche Begegnungen gewonnen und dabei ein beeindruckendes Torverhältnis von 17:1 erzielt. Entsprechend reisen die Gäste mit jeder Menge Selbstvertrauen und einem klar erkennbaren Momentum nach Ungarn.
Auch qualitativ sehe ich die Vorteile klar aufseiten des serbischen Rekordmeisters. Der Kader von Roter Stern wird auf einen rund sechsmal höheren Marktwert taxiert als jener von Hapoel Beer Sheva, zudem befindet sich der serbische Meister bereits im Pflichtspielrhythmus, während die israelische Liga erst in gut zwei Wochen beginnt.
Gleichzeitig muss Crvena Zvezda im Hinspiel angesichts des Rückspiels in der kommenden Woche vor heimischer Kulisse nicht mit aller Macht auf Sieg spielen, sondern wird in erster Linie darauf bedacht sein, sich eine gute Ausgangslage zu verschaffen.
Hapoel Beer Sheva – Roter Stern Belgrad Direkter Vergleich / H2H-Bilanz
Ein direktes Pflichtspiel zwischen Hapoel Beer Sheva und Roter Stern Belgrad hat es bislang noch nie gegeben. Der serbische Rekordmeister kann allerdings bereits auf Erfahrungen gegen israelische Klubs zurückblicken: In der Champions-League-Qualifikation 2022 setzte sich Crvena Zvezda beispielsweise nach zwei engen Duellen gegen Maccabi Haifa nicht durch und verpasste den Einzug in die Gruppenphase knapp.
Dass sich dieses Schicksal wiederholt, scheint jedoch eher unwahrscheinlich, zumal vor dem Duell Hapoel Beer Sheva gegen Roter Stern Belgrad die Wettquoten auf das Weiterkommen der Serben in die CL-Playoffs in einem deutlich niedrigeren Segment angesiedelt werden als jene auf den Verein der israelischen Arbeiterbewegung.
Hapoel Beer Sheva – Roter Stern Belgrad Tipp
Der Champions-Weg der CL-Qualifikation bringt spannende Matches mit sich. Unter anderem duellieren sich die Titelträger aus Israel und Serbien, wenngleich diese unterschiedliche internationale Voraussetzungen mitbringen. Während die Israelis ihre vorherige Aufgabe gegen Reykjavik nur mit Mühe überstanden und bekanntlich abermals auf den Heimvorteil verzichten müssen, präsentiert sich Crvena Zvezda bereits in bestechender Frühform. Vier Pflichtspiele, vier Siege und ein Torverhältnis von 17:1 sprechen ebenso für die Serben wie die deutlich größere Erfahrung auf der europäischen Bühne. Entsprechend geht der amtierende serbische Meister für mich leicht favorisiert in dieses Hinspiel.
Ich traue den Gästen zu, sich eine ordentliche Ausgangslage für das Rückspiel zu verschaffen, rechne gleichzeitig aber nicht mit einem offenen Schlagabtausch, da beide Mannschaften das Risiko im ersten von zwei Duellen dosieren dürften. Wer den klassischen 1X2-Markt bevorzugt, findet mit dem Auswärtssieg von Roter Stern Belgrad zu Quoten um 1.90 ebenfalls eine interessante Alternative. Ich entscheide mich deshalb zwischen Hapoel Beer Sheva und Roter Stern Belgrad für den Tipp auf das X2 & Unter 3.5 Tore.

